Trichomonas sind kleine Geißeltierchen, die häufig sowohl beim Menschen als auch beim Tier vorkommen. Sie leben hier als Parasiten und nisten sich im Darm oder im Mundbereich ein, ohne weitere Symptome auszulösen oder Schädigungen zu verursachen. Trichomonaden sind allerdings auch Auslöser der Trichomoniasis, der wohl am weitesten verbreiteten Geschlechtskrankheit der Welt. Medienberichte über diese Geschlechtskrankheit z.B. Spiegel.de: “Hallo Partner, danke schön” oder Focus.de “Die neue Lustseuche“.
Trichomoniasis ist eine Geschlechtskrankheit, die beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. Wirksam zur Vorbeugung ist daher nur die Nutzung eines Kondoms. Da die Trichomonaden allerdings auch im Mundbereich vorkommen können, sollte auch beim Oralverkehr ein Kondom genutzt werden.
Bei Männern verläuft eine Erkrankung mit Trichomoniasis meist ohne Symptome. Nur selten kommt es zu Juckreiz an der Vorhaut oder gar einem Befall der Prostata oder der Harnröhre. Gerade aus diesem Grund bemerken Männer nur selten die Erkrankungen und sind daher potenzielle Überträger der Krankheit, ohne selber davon zu wissen.
Bei Frauen hingegen verläuft die Erkrankung mit Trichomonaden nicht so einfach. Nach einer Ansteckung geschieht häufig erst einmal lange nichts. Das Geißeltierchen nistet sich in dieser Zeit in der Schleimhaut der Scheide oder der Harnröhre ein. Die Schleimhaut wird beschädigt durch das Einnisten der Trichomonaden. Die Stoffwechselprodukte der Trichomonaden führen zu Entzündungen. Es kommt zu einem Scheidenausfluss, der nicht nur gelblich aussieht, sondern zumeist auch sehr unangenehm riecht. Der Juckreiz an der Scheide wird immer stärker.
Wer Symptome an sich beobachtet, die eine Infektion mit Trichomonaden möglich macht, sollte den Arzt aufsuchen. Ein Vaginalabstrich bringt Sicherheit. Die medikamentöse Behandlung dauert etwa eine Woche und sollte auch beim Partner durchgeführt werden. Nur so kann der Infektionsherd ausgelöscht werden.